Forschungsprojekte

Im Rahmen des LIMRIS Instituts arbeiten Mitarbeiter an folgenden Projekten:

 

Relevante Aspekte der Missionstheologie Lesslie Newbigins für Mission und Kirche im 21. Jahrhundert

2012_IHL_JürgenSchuster_01.1Beteiligt: Prof. Dr. Jürgen Schuster

Beschreibung: Lesslie Newbigin ist zweifellos einer der einflussreichsten missionstheologischen Denker des 20. Jahrhunderts. Neben seiner jahrzehntelangen Arbeit in Indien, die in vielerlei Vorträgen und Publikationen ihren Niederschlag fand, ist Newbigin in der westlichen Welt durch seinen missionswissenschaftlichen Neuansatz bekannt geworden, der in Bewegungen wie „The Gospel and our Culture Network“ oder „Missional church“ seinen Ausdruck fand. Newbigin ruft auf zu einer intensiven Beschäftigung mit der westlichen Kultur, um eine echte Begegnung mit dem Evangelium herbei zu führen. Dieses Anliegen wird in diesem Projekt aufgegriffen.

Bisherige Veröffentlichungen zu diesem Projekt:

  • „Can the West be converted?“ Missionstheologische Impulse Lesslie Newbigins für die Bezeugung des Evangeliums als „öffentliche Wahrheit“ in einer säkularen und religiös pluralen Kultur, in: Thorsten Dietz/Norbert Schmidt (Hg.): Wort, Wahrheit, Wirklichkeit. Beiträge zum Gespräch mit Heinzpeter Hempelmann, Giessen/Basel 2015, 354-381.
  • Ekklesiologische Implikationen des missiologischen Paradigmenwechsels: „The Household of God“ – Zur Relevanz von Lesslie Newbigins Ekklesiologie, in: Jürgen Schuster/Volker Gäckle (Hg.): Der Paradigmenwechsel in der Weltmission. Chancen und Herausforderungen nicht-westlicher Missionsbewegungen, Berlin 2014, 111-130.
  • The Clue to History, in: Mark T.B. Laing/Paul Weston (Hg.): Theology in Missionary Perspective. Lesslie Newbigin's Legacy, Eugene, Oregon 2012, 33-48.
  • Edinburgh 1910 and beyond: Mission in Unity. Historical, theological and practical reflections, in: Frampton F. Fox (Hg.): Edinburgh 1910 revisited – ‚Give us Friends!‘ An India perspective on 100 years of mission. Papers from the 16th annual Centre for Mission Studies Consultation, Union Biblical Seminary, Pune, Bangalore 2010, 274-299.
  • Christian Mission in Eschatological Perspective. Lesslie Newbigin's Contribution, Nürnberg/Bonn 2009.
  • Sozial-missionarisches Engagement im Kontext des Reiches Gottes: Kurze Skizze des missionstheologischen Beitrags von Lesslie Newbigin, in: Andreas Kusch (Hg.): Transformierender Glaube. Missiologische Beiträge zu einer transformativen Entwicklungspraxis, Nürnberg 2007, 208-224.
  • Das Evangelium und die Religionen. Theologie der Religionen bei Lesslie Newbigin, in: Theologische Beiträge 36/1 (2005), 10-29.

 

Interkulturelle Theologie und Gemeindebau

Beteiligt: Guilherme Braun, Ph.D.

Beschreibung: Dieses Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Multikulturalität im Kontext christlicher Gemeinden und untersucht Phänomene wie Globalisierung, Migration und demographische Entwicklungen und deren Relevanz für die christliche Kirche in Europa. Ziel ist, einen Beitrag zu leisten zur Integration von Mitmenschen verschiedenster Kulturen in ihren aktuellen Gemeinde- und Gesellschaftskontexten.

Für das Gelingen eines kulturübergreifenden und integrierenden Ansatzes ist eine intensive Beschäftigung mit symbolischen Netzwerken verschiedener Kulturen und ihren religiösen Narrativen unabdingbar. Ebenso ist die Aufgabe einer interkulturellen Theologie immer mit ihrem eigenen Kontext verbunden, weshalb eine vertiefte Beschäftigung mit der religiösen Entwicklung der westlichen Kultur nicht umgangen werden sollte.

Außerdem bietet Multikulturalität im Gemeindekontext nicht nur Gelegenheiten zur Selbstreflektion und kultureller Bereicherung, sondern sie symbolisiert auch die Kirche Christi als die Umkehrung von Babel, sowie die eschatologische Verheißung auf die Wiederherstellung der Einheit der Menschheit in Jesus Christus.

Neben der angedeuteten theoretischen Vertiefung wollen wir auch ganz praktisch untersuchen und auswerten, was Gemeinden im Bereich interkultureller Gemeindebau bereits herausgefunden und gelernt haben:

  • Was können christliche Gemeinden zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen?
  • Wie können Menschen mit Migrationshintergrund Zugang zu christlichen Gemeinden finden und dort ein Zuhause finden?
  • Was sind die Merkmale christlicher Gemeinden, bei denen bei denen das Zusammenleben und -wirken von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Kontexten gelingt?
  • Wie können (bisher) monokulturelle Gemeinden profitieren von einer Vielfalt an kulturellen Ausdrucksformen und anderen Ausprägungen christlicher Frömmigkeit?

Ziel ist zunächst, best practice Modelle zu untersuchen, um Prinzipien herauszuarbeiten, die sowohl den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema fördern, als auch Gemeinden in ihren praktischen Herausforderungen eine Hilfe sein können.

 

Ansätze der Gesellschaftstransformation aus Sicht des Nichiren Buddhismus, wie ihn die Soka Gakkai versteht

Beteiligt: Tobias Schuckert, Ph.D.

Beschreibung: Die Soka Gakkai ist eine aus Japan stammende buddhistische Laienorganisation. Nach eigenen Angaben ist sie mit 7000 Mitgliedern eine der großen buddhistischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland. All Ziel ihrer Aktivitäten engagiert sich die Soka Gakkai International Deutschland zur Bereicherung der Gesellschaft durch Friedensaktivitäten und die Förderung von Kultur und Erziehung. Welche Motive aus dem Nichirenbuddhismus leiten die Mitglieder der Soka Gakkai in Deutschland? Was sind gesellschaftliche Leitbilder des Nichirenbuddhismus? Welche Antworten haben sie auf Fragen des europäischen Gesellschaftsdiskures im 21. Jahrhunderts?

Erste Ergebnisse dieser Studie werden auf dem LIMRIS Symposium „Europa, wie hältst Du es mit der Religion? Zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft“ (27. bis 28. April 2018) präsentiert.

 

Embodying the Gospel through Connectedness. 3-11 Tsunami survivors’ needs and the Japanese Church’s response

Beteiligt: Tobias Schuckert, Ph.D.

Beschreibung: Bei diesem missionswissenschaftlichen Dissertationsprojekt werden Strategien, die Betroffene der Tsunamikatastrophe vom 11. März 2011 anwenden, um ihr Leiden zu bewältigen, untersucht und in einem größeren Zusammenhang japanischer Kulturtheorien analysiert. In einem zweiten Schritt beschäftigt sich diese Studie mit der theologischen Reaktion der japanischen Kirche auf die Bedürfnisse der Tsunamiopfer. Die Forschung wurde abgeschlossen. Die Ergebnisse werden in den nächsten Monaten publiziert.

 

Interkulturelle Kirchen- und Gemeindeentwicklung

Beteiligt: Pastor Dr. Friedemann Burkhardt

Beschreibung: Interkulturelle Kirchen- und Gemeindeentwicklung ist eines der Zukunftsthemen für die Kirche. Denn sie zeigt als weltweite Betrachtungsweise und als Ansatz genuin christlicher Gemeinschaftsbildung in den Herausforderungen von Globalisierung, Migration, neuer Armut und demographischem Wandel anregende, mutmachende und sinnstiftende Möglichkeiten für gemeindliches und kirchliches Leben auf, schafft Raum für ein fruchtbares Miteinander einer Vielfalt von Menschen, Formen, Strukturen und Handlungsmuster und hilft lähmende kirchentheoretische Alternativen überwinden. Dafür ist es erforderlich, Interkulturelle Kirchen- und Gemeindeentwicklung in die Debatte um Konzepte und Modelle für Kirche in der Praktischen Theologie aufzunehmen, sie systematisch zu erforschen, zu entwickeln und zu lehren.

In einer empirischen Vergleichsstudie werden Variable, Abläufe und Gesetzmäßigkeiten im Inneren von Gemeinden untersucht, auf die ihre gesellschaftliche Relevanz, nachhaltige Entwicklung und ihr quantitatives und qualitatives Wachstum zurückgeführt werden kann.

Die Untersuchungsgruppe besteht aus 10 – 12 Gemeinden, die mindestens 10 Jahre eine nachhaltig wachsende Entwicklung und gleichzeitig gesellschaftliche Relevanz zeigen und die in ihrem Kirchenverband zur Spitze gehören.

Als Vergleichsgruppe fungieren 8 – 10 Gemeinden ohne nachhaltige Gemeindeentwicklung und ohne erkennbare gesellschaftliche Relevanz oder lediglich mit einer kurzzeitigen Entwicklungs- und / oder Relevanzphase.

Die entscheidende Fragestellung lautet: Was haben die Gemeinden und Missionsprojekte der Untersuchungsgruppe gemeinsam, was sie von der Vergleichsgruppe unterscheidet.

Ziel der Vergleichsstudie ist die Entdeckung und Ableitung von Schlüsselfaktoren für qualitatives und quantitatives Wachstum von Gemeinden in multikulturellen Kontext.

Auf Grundlage der Ergebnisse aus der Vergleichsstudie werden in der Debatte mit aktuellen Gemeindetheorien in der Praktischen Theologie Leitungsprinzipien, Gemeindemodelle und -konzepte sowie Kompetenzen und Leitlinien für die Interkulturelle Kirchen- und Gemeindeentwicklung gewonnen zur Vermittlung in der Lehre und zur Anwendung in der pastoralen Praxis.

 

Begleitung und Förderung von Dissertationsvorhaben von IHL-Absolventen

2012_IHL_JürgenSchuster_01.1Beteiligt: Absolventen der IHL, die in interkulturellen Kontexten tätig sind und sich mit Forschungsprojekten beschäftigen

Begleitung: Prof. Dr. Jürgen Schuster

Derzeit beschäftigen sich zwei IHL/TSLM-Absolventen in Dissertationsvorhaben mit folgenden Themen:

 

Simon Herrmann:
Christian understanding of traditional responses to sickness and healing among the Lele of Papua New Guinea. (Tentative title).
Doctoral Supervisor: Dr. R. Daniel Shaw, Fuller Theological Seminary (CA, USA).

This study examines how mature Christian Lele people of the Evangelical Church of Manus (ECOM) evaluate traditional responses to sickness and healing in light of their Christian faith and Scripture.

 

E.J. David Kramer:
Eschatology, Ethics and the Mission of the Church in N.T. Wright (working title).
Doctoral Supervisor: Dr. Philip G. Ziegler, University of Aberdeen (U.K.)

“What are we waiting for? And what are we going to do about it in the mean time?” With these questions, N.T. Wright engages Christian eschatology and relates it to ethics and mission. This study explores Wright’s eschatology from a systematic perspective and puts it in conversation with the systematic-theological discourse of the 20th century. It then offers a synopsis of Wright’s theology of mission, showing its indebtedness to the eschatological framework, and locating it within the missiological matrix. Finally, it explores how Wright’s work might inform the systematic-missiological conversation with fresh impulses.

 

Milieuüberschreitendes missionarisches Handeln von Kirche

2012_IHL_HeinzpeterHempelmann_01.1Beteiligt: Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann

Beschreibung: Durch die moderne Lebensweltforschung vor allem des Heidelberger Forschungsinstituts Sinus Soziovision und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Hannover, sind sozialwissenschaftliche tools entstanden, die evangelischer Kirche helfen können, die sich zunehmend fragmentierende und unüberschaubarer werdende deutsche Gesellschaft präziser und differenzierter zu erfassen. Im vorliegenden Forschungsprojekt wird eruiert, wie evangelische Kirchen in Analogie zu den Anstrengungen der katholischen Kirche auf der Basis des Milieuhandbuch „Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus 2005″ diese Einsichten neuerer Forschung für ihr missionarisches Handeln als Volkskirche nutzen und konkrete Konsequenzen für ein ressourcennutzendes Handeln ableiten können. Entscheidender Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Kirche die Milieus, in denen sie traditionell vor allem beheimatet ist, überschreiten kann, um auch solche Gruppen zu erreichen, die gegenwärtig kaum oder keinen Kontakt mit Glaube, Kirche, Evangelium haben.

 

Sichtung und Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten missionswissenschaftlichen Arbeiten

2012_IHL_JürgenSchuster_01.1Beteiligt: Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in kulturüberschreitenden Aufgaben

Begleitung: Prof. Dr. Jürgen Schuster

Beschreibung: Seit über 30 Jahren nutzen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission, die in kulturüberschreitenden Aufgaben im Ausland tätig sind, ihre Aufenthalte in der Heimat, um sich in missionswissenschaftlichen Fragestellungen weiterzubilden. Dabei sind im Lauf der Jahre eine ganze Reihe von Seminararbeiten und M.A.-Arbeiten entstanden, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Die Forschungsstelle Interkulturalität und Mission will diese Arbeiten sichten und Arbeiten von allgemeinem Interesse einem größeren Interessentenkreis zugänglich machen.

 

Kontakt:

2012_IHL_JürgenSchuster_01.1 Internationale Hochschule Liebenzell
Prof. Dr. Jürgen Schuster, Leiter des LIMRIS-Institutes
Heinrich-Coerper-Weg 11
D-75378 Bad Liebenzell

T: +49.(0)7052.17.344
F: +49.(0)7052.17.304
E: Juergen.Schuster@ihl.eu