Präambel der Grundordnung

Die Internationale Hochschule Liebenzell ist eine bekenntnisgebundene Hochschule. In ihrer Arbeit ist sie aufgrund der Geschichte der Liebenzeller Mission in besonderer Weise dem Erbe des württembergischen Pietismus und der Weltmission verpflichtet. Maßgeblich für ihre Bekenntnisbindung sind allein die Heilige Schrift, die altkirchlichen und reformatorischen Bekenntnisse[1].

Aus dieser Schrift- und Bekenntnisbindung der IHL ergeben sich folgende Grundsätze und Werte:

Die IHL ist der Heiligen Schrift als „einer wahrhaftigen, gewissen Predigt des Heiligen Geistes“ (Confessio Virtembergica 1552, Art. 27) und als Grundlage aller christlichen Theologie verpflichtet. Deshalb trägt die IHL auch im wissenschaftlichen Umgang mit den Texten dem Offenbarungsanspruch der Heiligen Schrift Rechnung.

Die IHL ist den reformatorischen Grundentscheidungen sola scriptura, solus Christus, sola fide und sola gratia verpflichtet.

Die IHL ist dem Missionsauftrag Jesu Christi nach Mt 28,18ff. verpflichtet und legt daher im Rahmen des theologischen Studienbetriebs einen besonderen Schwerpunkt auf die missionswissenschaftliche Ausbildung und Forschung.

Die IHL ist einer ganzheitlichen theologischen Ausbildung im Sinne einer Glaubens-, Lebens- und Lerngemeinschaft der Studierenden verpflichtet.

Die IHL ist der Wissenschaftsfreiheit verpflichtet und bekennt sich zu der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerten Freiheit von Forschung und Lehre (GG §5, Abs. 3).

Die IHL hat das Ziel, den Studierenden durch eine wissenschaftlich anspruchsvolle Ausbildung mit betont praktischen und anwendungsbezogenen Schwerpunkten zu theologischer, missions-, human- und sozialwissenschaftlicher Kompetenz zu verhelfen. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung ist deshalb die wissenschaftliche Reflexion der theologischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in Europa und weltweit. Insbesondere die Erforschung interkultureller und -religiöser Kommunikationsgrundlagen ist dabei von herausragender Bedeutung.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit und Ausbildung strebt die IHL eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden an, die es ihnen ermöglicht, sich selbstbewusst und reflektiert auf unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationssituationen einzulassen und dabei das Evangelium Jesu Christi theologisch verantwortet und glaubwürdig weiterzusagen.

Die IHL wird getragen von der Liebenzeller Mission gemeinnützige GmbH. Mit ihrer über 110jährigen Arbeit in zahlreichen Ländern auf mittlerweile fünf Kontinenten und der engen Verbindung zur landeskirchlichen Gemeinschaftsarbeit des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes (LGV), des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes (SV), des Starkenburger Gemeinschaftsverbandes (StGV) und der Jugendarbeit des Südwestdeutschen EC-Verbandes steht den Studierenden bei entsprechender Eignung ein breites Feld beruflicher Möglichkeiten und Chancen offen.

Diese Präambel beschreibt den Wesenskern der IHL. Diese kann vom Senat der IHL nur in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Träger verändert werden.

[1] Apostolicum, Nicänum, Kleiner und Großer Katechismus und Confessio Augustana.