Leben und arbeiten als Berufene Gottes

Studenten des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission feiern ihren Abschluss



BAD LIEBENZELL. 18 Studierende des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission feierten am vergangenen Freitag ihren Studienabschluss in Evangelischer Theologie oder Gemeindepädagogik. Vier bzw. drei Studienjahre sowie ein Praxisjahr, in dem sie erste Berufserfahrungen in der Gemeindearbeit oder in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sammeln konnten, liegen hinter den Studenten. Die Mehrzahl der Absolventen wird künftig als Gemeinschaftspastor oder –diakonin oder als Jugendreferent arbeiten.

Festredner des Abends war Prof. Dr. Norbert Schmidt, Dozent an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg. Er sagte, dass Christen Berufene Gottes seien. Das gelte für Hauptamtliche, wie die Absolventen, genauso wie für Christen, die nicht theologisch ausgebildet seien. Wo immer Gott jemanden berufe, da tue er dies, um mit ihm in dieser Welt etwas zu bewirken. „Die Identität als Berufener Gottes hat einen Auftrag zur Folge. Aber dieser Auftrag ist nicht die Identität. Von Gott gebraucht zu werden ist Folge, aber niemals Wesen der eigenen Identität. Meine Identität als Kind Gottes ist davon nicht abhängig“, so Norbert Schmidt.

Wichtig sei, dass wir Gott sagen dürfen, was schief läuft. „Unsere Berufung als Kind Gottes wird dadurch nicht berührt. Gott wird reden und antworten. Der Auftrag wird nie an unsere gefühlte Realität angepasst werden, sondern immer an die Realität Gottes“, so der Theologe.

Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), Prof. Dr. Volker Gäckle, bezeichnete die Absolvierungsfeier als einen Moment des Innehaltens. „Heute Abend begrüßen wir auch 51 neue Studenten. Seit der Hochschulwerdung ist es auf dem Missionsberg richtig eng geworden. Die Bibliothek ist gut gefüllt, Essen im Speisesaal ist nur noch in Schichten möglich“, sagte Volker Gäckle mit einem Augenzwinkern.

Erfreulich sei, dass das Studienangebot der IHL ständig weiterentwickelt werde. Neben dem Master in Evangelischer Theologie, der in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg angeboten wird, bereite die IHL derzeit den neuen Masterstudiengang in Systemischer Beratung im interkulturellen Kontext vor. „Im Sommer war eine Akkreditierungskommission zu Besuch. Der Bescheid wird Ende September erwartet“, berichtete Volker Gäckle.

Bei allem Rückenwind, den die theologische Ausbildung bei der Liebenzeller Mission in den vergangenen Jahren erhalten habe, sei es wichtig, das Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren.

„Rückenwind ist etwas Schönes. Gleichzeitig ist Rückenwind etwas Tückisches. Auch wir werden immer wieder prüfen müssen, woher die Winde wehen, die uns antreiben. Nicht jeder Wind führt zum Ziel.“ Als Ziel benannte Gäckle mit dem Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ von Martin Gotthard Schneider „Gottes Ewigkeit“. Durch Rücken- und Gegenwind wolle man diesem Ziel näherkommen und Menschen die gute Botschaft von Gottes Ewigkeit weitergeben.

18 Studierende des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission feierten ihren Studienabschluss

18 Studierende des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission feierten ihren Studienabschluss