Pressemitteilung: “Akademisches Erntedankfest”

„Ein akademisches Erntedankfest“

42 Studierende graduieren. 51 neue Studierende.

BAD LIEBENZELL. „Wir sind stolz auf euch!“ Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) die Graduierungsfeier am Abend des 9. Septembers 2016 im Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell. Er nannte die Veranstaltung in seiner Eröffnungsrede ein „akademisches Erntedankfest“, da die Graduierenden die Früchte der Arbeit des Lehrpersonals in vier Jahren Studium seien.

Insgesamt graduierte die IHL dieses Jahr 42 Studierende: acht im Bachelor-Studiengang Evangelische Theologie, sieben in Gemeindepädagogik, 24 in Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext und drei im Master-Studiengang Evangelische Theologie (letzterer Studiengang in Kooperation mit der Ev. Hochschule TABOR, Marburg). Auf die Graduierten warten nun Missionarsstellen bei der Liebenzeller Mission, Gemeinschaftspastoren- und Jugendreferentenstellen bei Gemeindeverbänden und Sozialarbeiterstellen bei Privatträgern und im öffentlichen Dienst.

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Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein. Foto: IHL/ Joas Strecker/ Julia Mann, 2016.

Zu diesen neuen Graduierten sprach an dem Abend Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein, welcher seit 2001 als Professor für Neues Testament an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen doziert. In seinem Vortrag „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen. Wer oder was ist neu an der neuen Kreatur?“ führte er den Gästen eindrücklich vor Augen, was Glaube ist. Seiner Meinung nach seien “die Missverständnisse über den christlichen Glauben so alt wie das Christentum selbst.“ Wende man sich jedoch an das Neue Testament, so sei die Grundbedeutung des Glaubens dort das Wissen und die Erkenntnis. Dennoch sei der Glaube nicht auf das Wissen zu reduzieren, denn „Beschäftigung mit dem Glauben drängt hinein ins Leben und so wird der Glaube zu einer Form des Gehorsams.“, wie es Eckstein formulierte. Die Perspektive des Glaubens finde sich erst in der Entfaltung, denn der Theologe Eckstein sagte: „Glaube will gelebt und gestaltet sein. Glaube sei auch ein Beziehungsbegriff. Das Grundlegende am christlichen Glauben sei das Vertrauen und das Überzeugt-sein von dem, was man nicht beweisen kann.“ Man müsse dabei keine Leistungen erbringen, da uns der Glaube von Gott geschenkt werde. „Wer versuche aus eigener Kraft für Christus zu leben, der hätte einen Burnout, bevor jemand überhaupt sehen könnte, dass je etwas gebrannt hat.“, so Eckstein. Und so schloss Eckstein seinen Vortrag damit, dass die neuen Graduierenden nicht versuchen sollten, aus eigener Kraft zu leben, sondern durch Christi:  „Reflektiert die Liebe Christi und die Menschen werden wissen, wie der Himmel aussieht.“

Prof. Dr. Volker Gäckle. Foto: IHL/ Joas Strecker, 2016.

Prof. Dr. Volker Gäckle. Foto: IHL/ Joas Strecker, 2016.

Im Jahresbericht des Rektors, brachte Volker Gäckle seine Freude über die 51 neuen Studierenden zum Ausdruck. Er bemerkte dabei, wie immer mehr junge Menschen Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext studieren würden, während der Studiengang Evangelische Theologie immer weniger gefragt sei. Das bereite Gäckle Sorgen. Gleichzeitig zeigte sich der IHL-Rektor tief berührt über die große Leidenschaft für Sozialmissionarisches, für Gerechtigkeit und soziale Nöte, dennoch betonte er die Wichtigkeit des pastoralen Amtes. Es sei nicht so marginal und wirkungslos wie dieses Amt oft eingeschätzt werde, denn „im Wort geht Christus durch das Land“.

Neben den neuen Studienanfängern zum Wintersemester 2016/2017 begrüßte Gäckle auch drei neue Mitarbeiter. Dr. Gerhard Tauberschmidt, der als Wycliff-Bibelübersetzer und Dozent arbeitet, ist nun Dozent für Griechisch und Hebräisch. Thomas Kleber wird zukünftig an der IHL als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Soziale Arbeit tätig sein. Sandra Oesau arbeitet ab diesem Semester als Sekretärin an der IHL und übernimmt so den Aufgabenbereich von Ruth Großmann, die nach dreißig Jahren Dienst als Sekretärin herzlich in den Ruhestand verabschiedet wurde. Auch Klaus-Dieter und Ulrike Mauer wurden nach 5 Jahren Leitungsarbeit in der Studien- und Lebensgemeinschaft verabschiedet, sowie Prof. Dr. Andreas Käser, der seit 2003 Dozent am Theologischen Seminar und dananch Professor für Altes Testament,  Studiengangleiter für Ev. Theologie und Dekan für Studium und Lehre war.

Durch die Studierendenworte von Michael Bauer, Anna Kunrath und Melissa Krech, die ihre drei Studiengänge vertraten, erfuhren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besondere Wertschätzung. Für die Studierenden stand das Wort “Jubilate” (Lat.: „Jubelt!“) im Vordergrund und so zogen sie den Schluss: „Gott hat es (die Studienzeit) ganz schön gut gemacht!“ Jetzt wollen sie ihr „Leben einsetzen für den, der es uns geschenkt hat.“

AWM-Rektor Traugott Hopp. Foto: IHL/ Julia Mann, 2016.

AWM-Rektor Traugott Hopp. Foto: IHL/ Julia Mann, 2016.

Im anschließenden Gottesdienst predigte Traugott Hopp, der Rektor der Akademie für Weltmission, der den Graduierenden wünschte, Großes von Gott zu erwarten. Im Schlusswort wünschte der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfr. Detlef Krause den Studierenden schließlich einen festen Halt im Leben durch den Glauben. Er beendete den vielseitigen Abend mit den Worten: „Was dich hält, ist nicht deine Hand, die nach Gott greift, sondern ist Gottes Hand, die nach dir greift.“

Die Internationale Hochschule Liebenzell wurde 2011 durch den Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland akkreditiert und durch das Land Baden-Württemberg staatlich anerkannt. Sie steht unter der Trägerschaft der Liebenzeller Mission gGmbH. Die IHL steht unter dem Motto: „Studieren mit weltweitem Horizont.“

Der Abdruck ist honorarfrei.

 

 

Text: Deborah Sauer, Referat Öffentlichkeitsarbeit und Presse der IHL